Friction vs. Flow: 3 kleine Design-Fehler auf Webseiten, die täglich Conversions kosten
Viele Marketing-Teams investieren erhebliche Budgets, um qualifizierte Besucher:innen auf die eigene Unternehmens-Website zu lenken. Suchmaschinenoptimierung, Social-Media-Kampagnen und bezahlte Anzeigen sorgen für kontinuierlichen Traffic. Doch auf der Zielseite angekommen, bricht die Erwartungshaltung oft ab: Die Anfragen bleiben aus, die Conversion-Rate verharrt im Keller. In vielen Fällen liegt das nicht an den Angeboten oder Preisen, sondern an kleinen, unbewussten Hürden in der Bedienung.
In der Fachsprache unterscheidet man zwischen zwei Zuständen der Nutzererfahrung: Friction (Reibung) und Flow (Mühelosigkeit). Reibung entsteht immer dann, wenn Besucher:innen nachdenken müssen, wo sie klicken sollen, wenn Schaltflächen schwer erreichbar sind oder Formulare unnötige Hürden aufbauen. Das Ziel eines nutzerfreundlichen Webdesigns (Usability) ist es, diese Reibungsverluste zu eliminieren und Nutzer:innen ohne Unterbrechung ans Ziel zu führen. Drei besonders verbreitete Design-Fehler kosten Unternehmen täglich wertvolle Anfragen.
Die mobile Daumen-Zone unterschätzen
Über die Hälfte aller Zugriffe auf B2B- und B2C-Webseiten erfolgt mittlerweile über das Smartphone. Dennoch werden viele Websites nach wie vor vorrangig für große Desktop-Bildschirme konzipiert und anschließend lediglich schrumpfend für Mobilgeräte angepasst. Ein gravierender Denkfehler betrifft dabei die Ergonomie der Smartphone-Nutzung.
Menschen bedienen ihr Smartphone im Alltag meist einhändig mit dem Daumen. Der untere und mittlere Bereich des Displays lässt sich mühelos erreichen. Je weiter eine Schaltfläche nach oben wandert, desto schwieriger wird die Interaktion, weil Nutzer:innen umgreifen müssen. Platziert ein Webdesign den primären Kontakt-Button ganz oben im Menü oder versteckt ihn tief in verschachtelten Unterseiten, entsteht unnötige Reibung.
Zudem führen zu kleine Klickflächen häufig zu Fehleingaben. Wer aus Versehentlich das falsche Element antippt, bricht den Vorgang genervt ab. Eine durchdachte mobile Nutzeroberfläche platziert essenzielle Handlungsaufforderungen im gut erreichbaren Daumen-Bereich und gestaltet Buttons ausreichend groß.
Zu viele Wahlmöglichkeiten und unklare Signale
Ein weiterer klassischer Conversion-Killer ist die Reizüberflutung im sichtbaren Bereich einer Website. Häufig möchten Unternehmen möglichst viele Informationen auf einmal präsentieren: Neben dem Hauptangebot buhlen zwei Video-Links, ein Newsletter-Formular, Social-Media-Icons und ein Katalog-Download um die Aufmerksamkeit der Besucher:innen.
Aus der Wahrnehmungspsychologie ist bekannt, dass die Entscheidungsfreude sinkt, je mehr Optionen zur Auswahl stehen. Wenn Nutzer:innen nicht sofort erkennen, welcher Schritt der wichtigste ist, machen sie im Zweifel gar keinen. Unklare Handlungsaufforderungen (Call-to-Actions, kurz CTAs) erzeugen Verwirrung. Das betrifft nicht nur die Anzahl der Buttons, sondern auch deren Beschriftung. Allgemein gehaltene Phrasen wie „Mehr erfahren“ oder „Absenden“ verraten nicht, was als Nächstes passiert.
Eine klare visuelle Hierarchie führt den Blick. Es sollte auf jeder Unterseite exakt eine primäre Hauptaktion geben, die sich farblich deutlich abhebt. Ergänzende Optionen werden visuell untergeordnet dargestellt.
Unnötige Hürden in Kontaktformularen aufbauen
Der kritischste Moment im Conversion-Prozess ist die Dateneingabe. Hier entscheidet sich, ob aus interessierten Besucher:innen echte Leads oder Kund:innen werden. Genau an dieser Stelle bauen viele Formulare jedoch Barrieren auf, die die Abbrecherquote massiv in die Höhe treiben.
Typische Fehler sind zu viele Pflichtfelder. Wenn für eine einfache Erstberatung bereits die vollständige Adresse, die Mitarbeiterzahl und das Jahresbudget abgefragt werden, steigt das Schwellengefühl. Ebenso problematisch sind fehlende technische Eingabehilfen. Muss auf dem Smartphone bei der Eingabe der Telefonnummer erst manuell auf das Ziffernfeld umgestellt werden oder erscheint beim Ausfüllen eine Fehlermeldung erst nach dem Absenden des gesamten Formulars, bricht die Geduldsspanne ein.
Reduzieren Sie Formulare auf das absolute Minimum. Nutzen Sie automatische Vervollständigungen sowie Echtzeit-Validierungen, die fehlerhafte Eingaben direkt beim Tippen freundlich korrigieren.
5 Punkte für einen sofortigen UX-Quick-Check
Um die Nutzerfreundlichkeit Ihrer eigenen Website auf den Prüfstand zu stellen, helfen fünf grundlegende Prinzipien für den Arbeitsalltag:
💡 Tipp für Ihre Web-Strategie: Möchten Sie Ihre eigene Website systematisch auf Usability-Fehler überprüfen? Laden Sie sich unsere kostenlose UX-Quick-Audit Checkliste (PDF) herunter und haken Sie die wichtigsten Prüfpunkte direkt ab.
👉 Download: UX-Quick-Audit Checkliste als PDF
Fazit
Usability ist kein optisches Beiwerk, sondern ein zentraler Hebel für den wirtschaftlichen Erfolg Ihrer Website. Kleine Reibungsverluste bei der Bedienung summieren sich schnell auf und führen dazu, dass potenzielle Kund:innen zur Konkurrenz abwandern. Wenn Sie die mobile Ergonomie optimieren, klare visuelle Signale setzen und Formulare barrierefrei gestalten, wandeln Sie Reibung in einen flüssigen Interaktionsprozess um. Ein nutzerfreundlicher Internetauftritt respektiert die Zeit Ihrer Zielgruppe – und wird dafür mit messbar höheren Conversion-Raten belohnt.
Ich bin Anika und Ihre Ansprechpartnerin für alles rund ums Onlinemarketing.
Von der Strategie bis zur Umsetzung – ich helfe Ihnen, online die richtigen Akzente zu setzen.
Der SES (Senior Expert Service) setzt sich als deutsche Entsendeorganisation für ehrenamtliche Fach- und Führungskräfte seit 1983 weltweit für die Hilfe zur Selbsthilfe ein. Dies betrifft viele unterschiedliche Sektoren, darunter auch die Heimtierbranche. Seit Ende 2025 unterstützt die takefive-media in Form eines Digitalprojekts den weiteren Ausbau der Marketingaktivitäten des mexikanischen Zierfischzuchtbetriebs Granja de Peces „La Huerta“ auf ehrenamtlicher Basis. Der Familienbetrieb, der schon seit mehr als 40 Jahren besteht, befindet sich im Bundesstaat Hidalgo. „Wir freuen uns, dass wir mit diesem Projekt zum Wissenstransfer und zur internationalen Vernetzung der Branche beitragen können, indem wir unsere Marketingexpertise mit einfließen lassen“, erläutert takefive-Geschäftsführer Stephan Schlüter.